Lantana camara im Schmuckhof im Botanischen Garten. Odo Tschetsch
In der Mitte der insgesamt über 46 ha großen Parkanlage liegt der Botanische Garten. Er ist von 1905 bis 1935 am Osterdeich, nahe der Innenstadt gelegen, privat unterhalten worden. 1937 wurde der Botanische Garten an diesem Standort neu aufgebaut. Aber erst 1950 konnte die Anlage fertig gestellt werden. Hier ist die Vielfalt der heimischen Flora zu sehen und Pflanzen aus anderen Kontinenten weisen auf den Reichtum der Pflanzenwelt unserer Erde hin. Im Botanischen Garten ist eine Sonnenuhr des Bildhauers August Tölken zu sehen. Weitere Informationen zur Sonnenuhr im Botanischen Garten
Der Botanische Garten ist eine wissenschaftlich ausgerichtete Pflanzensammlung mit über 6.500 verschiedenen Taxa. Ein Schwerpunkt der Aufgaben liegt im Biotop- und Artenschutz. Aber auch in der Sammlung, Erforschung und Präsentation unterschiedlicher Gewächse. Diese erfolgen im internationalen Austausch mit Botanischen Gärten aus der ganzen Welt. Besonders für Schulklassen stellt er eine wichtige Institution in Bremen zur Umwelterziehung dar. Alle hier gezeigten Pflanzen sind wissenschaftlich bestimmt und mit einem Schild versehen, auf dem sowohl der wissenschaftliche als auch der volkstümliche Pflanzenname zu finden ist. Die Abteilungen und Themenbereiche sind ebenfalls entsprechend beschildert.
Geschichte Der Bremer Kaufmann Franz Ernst Schütte legte im Jahr 1905 am Osterdeich den alten Botanischen Garten an. Er sollte zur Erholung, in erster Linie aber zur Information über Pflanzen und ihre natürlichen Wuchsformen dienen. Dabei hat Franz Schütte hauptsächlich an Schulkinder gedacht, aber natürlich auch an interessierte Erwachsene. Der Botanische Garten war überwiegend pflanzengeographisch geprägt mit typischen Vegetationsbildern z.B. des Orients, Mexikos und des Kaukasus. Die Inflation brachte erhebliche finanzielle Probleme mit sich, so dass schließlich die Stadt Bremen unterstützend zu Hilfe kam. Die übernahme durch die Stadt Bremen führte bald zu Überlegungen, den Botanischen Garten an einen Standort zu bringen, der erweiterungsfähig ist und gut aus der Innenstadt zu erreichen. Diesen Standort fand man in Verbindung mit dem 1936 geschaffenen Rhododendron-Park in Bremen Horn. Die damals etwa 4.000 Pflanzen wurden bis 1938 an den neuen Standort gebracht. 1950 wurde der neue Botanische Garten fertiggestellt. Neben der geographischen Ausrichtung wurde erstmals in einem deutschen Botanischen Garten der Bereich der heimischen Flora nach pflanzensoziologischen Gesichtspunkten angelegt.